Krise. Das Horrorwort der letzten Wochen ist der Zeitungsbranche vertraut. Auflagenverlust, Netzkonkurrenz und fehlende Erlösmodelle weisen den Weg in eine ungewisse Zukunft. Doch wer glaubt, dass dies zum handeln zwingt, der irrt. Noch immer scheint das Prinzip Hoffnung zu walten. Bloß nichts verändern und Ruhe bewahren!
Wenn im Netz investiert wird, dann empfindet man Vorhandenes nach oder nimmt vermeintlich Rücksicht auf das Printgeschäft. Augenmaß bewahren heißt dies und bedeutet nur, dass zwischenzeitlich andere die Märkte besetzen, die man „des Augemaßes wegen“ brach liegen lässt. Es wiederholen sich die Fehler, die Immoscout und Co. die Existenz ermöglichten. Nach der Lufthoheit über Werbung und Rubrikenanzeigen droht so nun auch noch die Nachrichtenkompetenz verloren zu gehen. Sparen statt Klasse. Der letzte Ausweg.
Ein Horrorszenario? Nein. Eine Prognose die daran erinnert, dass es bei der Suche nach Zukunft nicht um Trägermedien, sondern um Kompetenzen, Qualität und die Orientierung an den Interessen der User, Hörer und Leser geht. Um nicht mehr und auch nicht weniger. Wer Aufmerksamkeit will, der muss sie sich verdienen. Das ist in jedem Medium so. Und wer die Aufmerksamkeit gewinnt, der macht auch im (Werbe)Markt das Rennen. In Zeiten wie diesen die derzeit einzige Alternative.
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